Der Clinch ist das nahe Umklammern des Gegners, bei dem ein Boxer dessen Arme bindet, sodass dieser nicht frei schlagen kann. Er entsteht meist im Nahkampf und ist – bewusst eingesetzt – ein legitimes, taktisch wichtiges Mittel, kein bloßes Festhalten aus Hilflosigkeit.

Taktisch erfüllt der Clinch mehrere Zwecke: Er stoppt den Angriff eines stärkeren oder eindringenden Gegners, gibt einem angeschlagenen Boxer Zeit zur Erholung nach einem schweren Treffer und bricht den Rhythmus und das Momentum des Gegenübers. Druckboxer nutzen ihn außerdem, um sich nah am Gegner festzusetzen.

Der Ringrichter trennt den Clinch mit dem Kommando „Break“, woraufhin beide Boxer einen Schritt zurücktreten müssen, bevor sie weiterkämpfen. Übermäßiges oder ständiges Festhalten gilt als Foul und kann verwarnt oder bestraft werden, weil es den Kampf unattraktiv macht.

Häufige Fehler sind das Clinchen mit gestreckten Armen (statt den Gegner eng zu binden), das Fallenlassen des Kopfes auf die Schulter des Gegners sowie ein Lösen ohne Deckung, weil direkt nach dem „Break“ oft Schläge folgen. Sauberes Clinchen und das Lösen daraus sind eine eigene Fertigkeit.

Für Einsteiger wirkt der Clinch zunächst wie ratloses Festhalten, ist aber eine eigene Fertigkeit, die im Sparring bewusst geübt werden sollte – sowohl das Binden der gegnerischen Arme als auch das saubere, gedeckte Lösen daraus. Wichtig ist, im Clinch nicht auszuruhen und die Deckung zu vergessen, weil direkt nach dem „Break“ häufig Schläge folgen. Taktisch klug eingesetzt – etwa um einen schweren Treffer abzufedern oder einen anstürmenden Gegner zu stoppen – ist der Clinch ein wertvolles Werkzeug; übermäßig oder rein passiv genutzt, kostet er dagegen Punkte und Verwarnungen.

Im Sparring lernen Boxer im VON DONAU GYM, den Clinch zu nutzen und sich sicher daraus zu befreien – beides gehört zu einem vollständigen technischen Repertoire.

Auch bekannt als: Umklammern, Halten