Der Haken ist ein seitlich geführter, halbkreisförmiger Schlag auf Kopf oder Körper. Der Arm ist dabei etwa im rechten Winkel gebeugt, die Faust bewegt sich auf einer horizontalen oder leicht aufsteigenden Bahn. Die Kraft entsteht nicht aus dem Arm, sondern aus der explosiven Drehung von Standbein, Hüfte und Oberkörper – der Arm überträgt diese Rotation lediglich auf das Ziel.
Man unterscheidet den Führhand-Haken (vordere Hand), den selteneren Haken mit der hinteren Hand sowie Kopf- und Körperhaken. Weil der Haken seitlich und aus einem für den Gegner schlecht einsehbaren Winkel kommt, ist er besonders im Nahkampf gefährlich und einer der klassischen K.-o.-Schläge: Er beschleunigt den Kopf seitlich und stört den Gleichgewichtssinn.
Als Körperhaken auf die Leber oder die Flanken ist er ebenso wirkungsvoll, weil er dem Gegner über die Runden die Luft nimmt und die Hände nach unten zieht. In Kombinationen folgt der Haken oft nach Jab und Gerade, wenn die Deckung des Gegners bereits gestört ist.
Häufige Fehler sind ein zu weites Ausholen (Schwinger statt Haken), ein zu stark gestreckter Arm, fehlende Beindrehung sowie das Öffnen der Deckung der anderen Hand. Ein guter Haken ist kurz, kompakt und kommt überraschend.
Für Einsteiger ist der Haken anspruchsvoller als die geraden Schläge, weil Drehung, Armwinkel und Timing exakt zusammenpassen müssen. Bewährt hat es sich, ihn langsam aus der Hüftdrehung zu erarbeiten und auf die Haltung der Faust zu achten – je nach Schule horizontal oder mit dem Daumen nach oben. Im Kampf entfaltet der Haken seine größte Wirkung, wenn der Gegner durch vorherige gerade Schläge abgelenkt ist und ihn seitlich nicht kommen sieht. Der Führhand-Haken nach der Geraden (die „Drei“) und der Wechsel zwischen Kopf- und Körperhaken gehören zu den wirkungsvollsten Mustern im Nahkampf.
Im Training wird der Haken bewusst vom wilden Schwinger abgegrenzt und über Pratzen, Sandsack und Schattenboxen verfeinert, bis Winkel, Drehung und Deckung zusammenpassen.
Auch bekannt als: Hook, Seitwärtshaken