Der Slip (Wegtauchen) ist eine Verteidigungstechnik, bei der der Boxer Kopf und Oberkörper leicht zur Seite dreht, sodass ein gerader Schlag – Jab oder Gerade – knapp am Kopf vorbeizieht. Anders als beim Zurückweichen bleibt der Boxer dabei in Schlagdistanz und kann sofort kontern.
Die Bewegung kommt aus einer kleinen Rotation in Hüfte und Knien, nicht aus einem reinen Wegbiegen des Oberkörpers. Der Kopf verlässt nur so weit die Schusslinie wie nötig, die Augen bleiben auf den Gegner gerichtet und die Deckung intakt. Ein Slip nach außen und ein Slip nach innen eröffnen jeweils unterschiedliche Konterwinkel.
Slipping ist eine der wirkungsvollsten Verteidigungstechniken überhaupt, weil es keine Kraft kostet und nahtlos in den Gegenangriff übergeht: Wer den Jab slippt, kann mit der eigenen Geraden über den ausgestreckten Arm des Gegners kontern. Große Konterpuncher leben von dieser Fähigkeit.
Der Slip verlangt jedoch präzises Timing – ein zu früher Slip wird vom Gegner gelesen und nachgezogen, ein zu später wird getroffen. Häufige Fehler sind zu große, unkontrollierte Bewegungen, das Schließen der Augen sowie das Aufgeben der Balance, wodurch der Konter an Wucht verliert.
Für Einsteiger ist es ratsam, den Slip zuerst langsam und ohne Gegner zu üben – etwa mit einer von der Decke hängenden Schnur oder im Schattenboxen –, bis die Bewegung klein und kontrolliert sitzt. Erst danach folgt das Slippen am Partner und im lockeren Sparring. Wichtig ist, dass der Kopf nicht starr zur Seite fällt, sondern aus den Beinen heraus minimal verlagert wird, damit der Boxer sofort kontern und die Balance halten kann. Meister des Slippings wie Floyd Mayweather oder Pernell Whitaker ließen Gegner reihenweise ins Leere schlagen – ein Beleg dafür, wie wirkungsvoll reine Kopf- und Oberkörperbewegung sein kann.
Im VON DONAU GYM wird Slipping über Partnerdrills, Doppelendball und kontrolliertes Sparring schrittweise aufgebaut, weil es viel Wiederholung und Vertrauen braucht.
Auch bekannt als: Slipping, Kopfbewegung